{"id":25242,"date":"2016-02-02T00:00:00","date_gmt":"2016-02-01T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/mm-live.digilicious.cloud\/news\/mmgroup\/glossar-2\/"},"modified":"2024-09-15T23:05:50","modified_gmt":"2024-09-15T21:05:50","slug":"glossar-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mm.group\/de\/news\/board-paper\/glossar-2\/","title":{"rendered":"Glossar"},"content":{"rendered":"<section class=\"mm-wrapper-new\">\n<h3>Fachbegriffe<\/h3>\n<div class=\"flux-simple-grid\">\n<div class=\"flux-simple-grid-col\">\n<p><strong>Migration<\/strong><\/p>\n<p> Als Migration wird der \u00dcbergang von Stoffen zwischen der Verpackung und dem F\u00fcllgut (Lebensmittel) bezeichnet. Dabei kann die Einwirkung auf das Lebensmittel \u00fcber den Luftraum (gasf\u00f6rmige Migration) oder \u00fcber Direktkontakt (z. B. Faser-zu-Faser-Migration) erfolgen. Verschiedene Faktoren wie die Lagertemperatur, Lager- bzw. Kontaktzeit, Zusammensetzung des Lebensmittels und Art der Verpackung beeinflussen die Migration. Im Detail werden folgende Arten der Migration unterschieden:<\/p>\n<p>\u2014 Penetrations-Migration: \u00dcbergang von Substanzen aus der Verpackung in das Lebensmittel und umgekehrt.<br \/> \u2014 Abklatsch-Migration (set off): \u00dcbergang von Substanzen von einer bedruckten Oberfl\u00e4che auf die Lebensmittelkontaktseite (R\u00fcckseite) durch den Kontakt im Stapel oder im Rollwinkel.<br \/> \u2014 Migration \u00fcber Luftraum: Migration durch Verdampfen von fl\u00fcchtigen Substanzen beim Erhitzen (z. B. Kochen, Backen oder Garen von K\u00fchl,- und Tiefk\u00fchlprodukten in Originalverpackungen), w\u00e4hrend der Lagerung und beim \u00dcbergang \u00fcber die Gasphase. &nbsp;<br \/> \u2014 Destillations-Migration: Migration durch z. B. Dampf-Destillation w\u00e4hrend des Koch-, Back- oder Sterilisationsvorgangs.<\/p>\n<p> <strong>Querkontamination<br \/> (Cross-Contamination)<\/strong><\/p>\n<p> Eine m\u00f6gliche Quelle von Migration unerw\u00fcnschter Substanzen ist Querkontamination. W\u00e4hrend der Lagerung und des Transports kann es zu \u00dcberg\u00e4ngen unerw\u00fcnschter Stoffe aus der Umwelt selbst sowie aus den Sekund\u00e4r- bzw. Wellpappenverpackungen auf verpackte Lebensmittel kommen. MOAH-Analysen von vielen verschiedenen Lebensmitteln aus dem Supermarktregal, verpackt in Frischfaser- oder Recyclingkarton, weisen deutliche Querkontamination aus der Umwelt sowie aus Sekund\u00e4r- bzw. Wellpappenverpackungen aus. Mineral\u00f6lmigration kann daher nicht durch Verwendung von Standard-Faltschachteln oder Standard-Kunststoffverpackungen verhindert werden. Nur eine funktionelle Barriere zwischen dem Lebensmittel und der Umwelt stellt eine effektive L\u00f6sung dar.&nbsp;<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div class=\"flux-simple-grid-col\">\n<p><strong>Testverfahren zur<br \/> Messung von Migration&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p> Zu unterscheiden sind vier Arten der Migrationsanalyse:<\/p>\n<p>\u2014 Chemische Analyse: Die Ermittlung der Menge migrierter Stoffe kann direkt am Lebensmittel erfolgen oder es werden Simulanzien eingesetzt. Diese weisen vergleichbare oder strengere Eigenschaften auf als das zu verpackende Lebensmittel. Die \u00dcberpr\u00fcfung auf migrierte Bestandteile erfolgt unter genau definierten Bedingungen, wie Raumtemperatur und -feuchte sowie einer festgelegten Einwirkzeit.<\/p>\n<p>\u2014 Sensorische Analyse: Die Verpackung wird auf migrierende Stoffe \u00fcberpr\u00fcft, die den Geschmack oder den Geruch des Lebensmittels ver\u00e4ndern k\u00f6nnen. Hierbei werden Proben aus der Produktion mit Testsimulanzien (oftmals Schokolade) f\u00fcr eine gewisse Zeit in ein neutral riechendes sauberes Glas eingeschlossen. Danach wird die Probe durch geschultes Personal auf geschmackliche und\/oder geruchliche Ver\u00e4nderungen \u00fcberpr\u00fcft und bewertet.<\/p>\n<p>\u2014 Globalmigrationsanalyse: Diese Analyse ist unspezifisch und gibt einen Gesamtwert an, meistens in mg\/dm\u00b2.<\/p>\n<p>\u2014 Spezifische Migrationsanalyse: Angegeben werden substanzspezifische Grenzwerte, bezogen auf 1 kg Lebensmittel. Spezifische Migrationswerte sind meist toxikologisch begr\u00fcndet. Die Einhaltung der Migrationsgrenzwerte in Lebensmitteln wird bez\u00fcglich Dauer und Temperatur unter Extrem-Bedingungen kontrolliert.&nbsp;<\/p>\n<p> <strong>ADI (Acceptable daily intake,<br \/> dt.: akzeptierte Tagesdosis)&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p> Der ADI-Wert gibt die Menge eines Stoffes an, die \u00fcber die gesamte Lebenszeit t\u00e4glich aufgenommen werden kann, ohne dass dadurch gesundheitliche Gefahren zu erwarten w\u00e4ren. ADI wird in Milligramm pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht und Tag (mg\/kg K\u00f6rpergewicht * d; d=day) oder verk\u00fcrzt als mg\/kg&nbsp;<br \/> K\u00f6rpergewicht angegeben und ist mit einem Sicherheitsfaktor errechnet.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<h3>Unerw\u00fcnschte Substanzen<\/h3>\n<div class=\"flux-simple-grid\">\n<div class=\"flux-simple-grid-col\">\n<p><strong>NIAS (Not Intentionally Added<br \/> Sustances, dt.: nicht absichtlich<br \/> zugef\u00fcgte Substanzen)<\/strong><\/p>\n<p> NIAS bezeichnet Stoffe, die keine Funktion haben und daher unerw\u00fcnscht sind. Ursachen sind nat\u00fcrliche Hintergrundbelastungen (in der Natur \u00fcberall nachweisbare Stoffe nat\u00fcrlichen Ursprungs), &nbsp;Anreicherungen (z. B. Phthalate), Verunreinigungen im Rohmaterial oder Neben- und Reaktionsprodukte.<\/p>\n<p> <strong>Mineral\u00f6le<\/strong><\/p>\n<p> Mineral\u00f6le sind komplexe Gemische, die aus ges\u00e4ttigten Mineral\u00f6lkohlenwasserstoffen (MOSH \u2013 Mineral Oil Saturated Hydrocarbons) und zu einem geringeren Anteil aus aromatischen Mineral\u00f6lkohlenwasserstoffen (MOAH \u2013 Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons) bestehen. Hauptquellen von Mineral\u00f6len in Lebensmitteln sind Zusatzstoffe, Verarbeitungshilfsstoffe, Schmiermittel und Migration aus Verpackungen sowie sonstige Einfl\u00fcsse aus der Umwelt. MOSH akkumulieren sich im menschlichen K\u00f6rper, MOAH gelten als mutagen, potenziell kanzerogen und m\u00f6glicherweise \u00f6strogen. Laut dem letzten Entwurf des BMEL zur Mineral\u00f6lverordnung d\u00fcrfen aus Lebensmittelbedarfsgegenst\u00e4nden MOAH nur in sehr geringem Ma\u00dfe auf Lebensmittel \u00fcbergehen.&nbsp;<\/p>\n<p> <strong>Phthalate<\/strong><\/p>\n<p> Phthalate sind Weichmacher, die \u00fcberwiegend in Kunststoffen Verwendung finden, um diese flexibel und geschmeidig zu machen. Auch als Zus\u00e4tze in Druckfarben und Dispersionsklebstoffen wurden sie fr\u00fcher eingesetzt. Das Vorkommen von Phthalaten in Lebensmitteln ist aber nicht nur auf den direkten Kontakt mit Verpackungsmaterialien zur\u00fcckzuf\u00fchren, sondern kann z. B. auch durch die Lebensmittelproduktion erfolgen. Durch die mannigfaltigen Einsatzgebiete und die sehr hohen Produktionsmengen gelten Phthalate als ubiquit\u00e4r. Sie stehen im Verdacht, hormonell wirksam zu sein. Ein Limit ist in der Kunststoffverordnung und in der Empfehlung XXXVI zu finden. Besser ist es, diese Schadstoffe aus Kunststoffen g\u00e4nzlich durch funktionelle Barrieren von Lebensmitteln fernzuhalten.&nbsp;<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div class=\"flux-simple-grid-col\">\n<p><strong>DIPN (Diisopropylnaphthalin)<\/strong><\/p>\n<p> DIPN wird als L\u00f6semittel f\u00fcr Farbstoffe in Selbstdurchschreibepapieren verwendet und kann bei der Faseraufbereitung nicht vollst\u00e4ndig entfernt werden. Nach dem jetzigen Kenntnisstand gibt DIPN keinen konkreten Anlass zu gesundheitlichen Bedenken, jedoch sollte laut Expertensicht im Sinne des allgemeinen Minimierungsgebotes der Gehalt von DIPN so gering wie m\u00f6glich gehalten werden.&nbsp;<\/p>\n<p> <strong>Bisphenol A<\/strong><\/p>\n<p> Bisphenol A wird zur Erzeugung des Kunststoffs Polycarbonat eingesetzt, aber auch bei der Herstellung von Thermopapieren, auf die Kassenbons, Fahrkarten oder Parktickets gedruckt werden. Die zahlreichen wissenschaftlichen Studien \u00fcber die Wirkung von Bisphenol A kommen zu widerspr\u00fcchlichen Ergebnissen. In hoher Dosis steht Bisphenol A in Verdacht, das Hormonsystem zu beeinflussen. Die j\u00fcngste umfassende Neubewertung der EFSA wurde im Januar 2015 ver\u00f6ffentlicht. Darin kommt die Beh\u00f6rde zum Schluss, dass Bisphenol A bei der derzeitigen Verbraucherexposition f\u00fcr Verbraucher keiner Altersgruppe ein Gesundheitsrisiko darstellt. Allerdings ist die Verwendung von Bisphenol A f\u00fcr Lebensmittelverpackungen in Frankreich verboten.&nbsp;<\/p>\n<p> <strong>Benzophenon<\/strong><\/p>\n<p> Bei Benzophenon handelt es sich um einen Photoinitiator, der als Hilfsmittel bei der UV-H\u00e4rtung von Industrielacken und Beschichtungen verwendet wird und Druckfarben vor dem Verblassen sch\u00fctzt. Die gesundheitlichen Auswirkungen werden zumeist als kritisch angesehen. Benzophenon steht in Verdacht, in hoher Dosis \u00f6strogene Effekte im Hormonhaushalt zu bewirken.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<div class=\"table-responsive\">\n<table class=\"table\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>Substanz<\/strong><\/td>\n<td><strong>Material-<br \/> gruppe<\/strong><\/td>\n<td><strong>Herkunft<\/strong><\/td>\n<td><strong>Wirkung auf<br \/> Menschen<\/strong><\/td>\n<td><strong>Gesetzliche<br \/> Regelung<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>MOSH (Mineral<br \/> Oil Saturated<br \/> Hydrocarbons)<\/td>\n<td>Mineral\u00f6l<\/td>\n<td>Konventionelle<br \/> Standard-<br \/> Druckfarbe,<br \/> Schmiermittel<\/td>\n<td>Anreicherung<\/td>\n<td>BMEL<br \/> Mineral\u00f6l-<br \/> Verordnung<br \/> Entwurf<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>MOAH (Mineral<br \/> Oil Aromatic<br \/> Hydrocarbons)&nbsp;<\/td>\n<td>Mineral\u00f6l<\/td>\n<td>Konventionelle<br \/> Standard-<br \/> Druckfarbe,<br \/> Schmiermittel<\/td>\n<td>Mutagen,<br \/> Kanzerbogener<br \/> Verdacht<\/td>\n<td>BMEL<br \/> Mineral\u00f6l-<br \/> Verordnung<br \/> Entwurf<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Phthalate<\/td>\n<td>Weichmacher<\/td>\n<td>In Kunststoff-<br \/> verpackungen<\/td>\n<td>\u00d6strogene Effekte<\/td>\n<td>Kunststoff-<br \/> verordnung;<br \/> Empfehlung XXXVI<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>DIPN (Diisopropyl-<br \/> Naphthalin)<\/td>\n<td>L\u00f6semittel<\/td>\n<td>Selbstdurch-<br \/> schreibepapiere<\/td>\n<td>Keine sch\u00e4digende<br \/> Wirkung bekannt<\/td>\n<td>Minimierungsgebot<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Bisphenol A<\/td>\n<td>Industrie-<br \/> chemikalie<\/td>\n<td>Thermopapiere<\/td>\n<td>\u00d6strogene Effekte<\/td>\n<td>Minimierungsgebot;<br \/> Frankreich: seit<br \/> Januar 2015 Verbot<br \/> bei Lebensmittel-<br \/> verpackungen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Benzophenon<\/td>\n<td>Photoinitiator<\/td>\n<td>Lacke und<br \/> Beschichtungen<\/td>\n<td>\u00d6strogene Effekte<\/td>\n<td>SML (Spezifisches<br \/> Migrationslimit)<br \/> und Minimierungs-<br \/> gebot<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<h3>Beh\u00f6rden<\/h3>\n<div class=\"flux-simple-grid\">\n<div class=\"flux-simple-grid-col\">\n<p><strong>BMEL (Bundesministerium f\u00fcr<br \/> Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft)<\/strong>&nbsp;<\/p>\n<p> Das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft ist eine Oberste Bundesbeh\u00f6rde der Bundesrepublik Deutschland. Im Zust\u00e4ndigkeitsbereich des BMEL geht es vor allem um sichere Lebensmittel, um wirtschaftlich tragf\u00e4hige Landwirtschaftsbetriebe und um einen \u00f6kologisch und sozial intakten l\u00e4ndlichen Raum. Das BMEL arbeitet an zwei gesetzlichen Regelungen, um das Problem der Migration von Mineral\u00f6len aus Verpackungen in Lebensmittel zu l\u00f6sen: der Druckfarben-Verordnung und der Mineral\u00f6lverordnung.<\/p>\n<p> <strong>BLE (Bundesanstalt f\u00fcr<br \/> Landwirtschaft und Ern\u00e4hrung)<\/strong><\/p>\n<p> Die Bundesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft und Ern\u00e4hrung ist eine zentrale Umsetzungsbeh\u00f6rde mit vielf\u00e4ltigen Aufgaben auf den Gebieten Landwirtschaft, Ern\u00e4hrung und Verbraucherschutz und geh\u00f6rt zum Gesch\u00e4ftsbereich des BMEL. In ihrem Abschlussbericht des Entscheidungshilfeprojektes aus dem Jahr 2012 \u201eAusma\u00df der Migration von Druckfarbenbestandteilen aus Verpackungsmaterialien in Lebensmittel\u201c h\u00e4lt das BLE eine funktionelle Barriere f\u00fcr \u201eunverzichtbar\u201c, um Lebensmittel vor unerw\u00fcnschten Substanzen zu sch\u00fctzen, und empfiehlt diese ausdr\u00fccklich dem BMEL.<\/p>\n<p> <strong>BLL (Bund f\u00fcr Lebensmittelrecht<br \/> und Lebensmittelkunde)<\/strong><\/p>\n<p> Der Bund f\u00fcr Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde ist der Verband der deutschen Lebensmittelwirtschaft. Im Wechselspiel von Recht, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft gilt er als kompetenter und anerkannter Partner f\u00fcr das umfassende Themenfeld \u201eLebensmittelrecht und Lebensmittelkunde\u201c.<\/p>\n<p> <strong>BfR<br \/> (Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung)&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p> Das Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung ist eine Einrichtung im Gesch\u00e4ftsbereich des BMEL und dient zur St\u00e4rkung des gesundheitlichen Verbraucherschutzes in Deutschland und international. Die Aufgaben umfassen die Bewertung bestehender und das Aufsp\u00fcren neuer gesundheitlicher Risiken, die Erarbeitung von Empfehlungen zur Risikobegrenzung und die Kommunikation dieses Prozesses. Das BfR ver\u00f6ffentlichte bereits im September 2011 drei analytische Messmethoden zum gesicherten Nachweis von Mineral\u00f6lverbindungen.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div class=\"flux-simple-grid-col\">\n<p><strong>Europarat<\/strong><\/p>\n<p> Der Europarat ist eine gesamteurop\u00e4ische internationale Organisation, der 47 Staaten angeh\u00f6ren. Institutionell ist er nicht mit der Europ\u00e4ischen Union verbunden und nicht zu verwechseln mit dem Europ\u00e4ischen Rat (dem Organ der Staats- und Regierungschefs) oder dem Rat der Europ\u00e4ischen Union (Ministerrat). Der Europarat ist ein Forum f\u00fcr Debatten \u00fcber allgemeine europ\u00e4ische Fragen: in seinem Rahmen werden zwischenstaatliche, v\u00f6lkerrechtlich verbindliche Abkommen mit dem Ziel geschlossen, wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt zu f\u00f6rdern. Der Europarat arbeitet an einem technischen Leitfaden f\u00fcr Papier und Karton in Bezug auf Mineral\u00f6lmigration. Im ersten Draft entsprechen die Migrationsgrenzwerte von MOSH und MOAH dem dritten Entwurf der deutschen Mineral\u00f6lverordnung. Querkontamination ist ebenfalls ausdr\u00fccklich im Leitfaden angef\u00fchrt, eine funktionelle Barriere wird empfohlen.<\/p>\n<p> <strong>DG Sante (Directorate General for<br \/> Health and Safety)<\/strong><\/p>\n<p> Bei DG SANTE, bis 2014 DG SANCO, handelt es sich um eine Generaldirektion f\u00fcr Gesundheit und Verbraucher der Europ\u00e4ischen Kommission. Die Generaldirektion ist eingerichtet worden, um die Gesundheit und Sicherheit der europ\u00e4ischen B\u00fcrger zu verbessern und das Verbrauchervertrauen zu st\u00e4rken. Es ist damit beauftragt, die Rechtsvorschriften f\u00fcr Gesundheit und Verbraucherschutz auf dem neuesten Stand zu halten.<\/p>\n<p> <strong>EFSA<br \/> (European Food Safety Authority)<\/strong><\/p>\n<p> Die Europ\u00e4ische Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit ist eine Agentur der Europ\u00e4ischen Union, die \u00fcber bestehende und neu auftretende Risiken in Zusammenhang mit der Lebensmittelkette informiert und dazu wissenschaftliche Beratung anbietet. Die Arbeit der Beh\u00f6rde deckt alle Themen ab, die eine direkte oder indirekte Auswirkung auf die Lebensmittelsicherheit haben.<br \/> &nbsp;<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<h3>Bestimmungen<\/h3>\n<div class=\"flux-simple-grid\">\n<div class=\"flux-simple-grid-col\">\n<p><strong>Dritter Entwurf der<br \/> Mineral\u00f6lverordnung<\/strong><\/p>\n<p> Am 24. Juli 2014 hat das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) den neuen Entwurf zum Verordnungsvorhaben \u201e22. Verordnung zur \u00c4nderung der Bedarfsgegenst\u00e4ndeverordnung\u201c (Mineral\u00f6lverordnung) vorgelegt und bezieht sich dabei auf solche Lebensmittelbedarfsgegenst\u00e4nde, die unter Verwendung von Altpapierstoffen hergestellt wurden. Damit stellt die Beh\u00f6rde nun auf den Mineral\u00f6lgehalt im&nbsp;<br \/> Lebensmittelbedarfsgegenstand selbst als auch auf den \u00dcbergang von diesem auf das Lebensmittel ab. Die \u00c4nderungen in der Bedarfsmittelgegenst\u00e4ndeverordnung hat eine \u00dcbergangsfrist von 24 Monaten nach Verk\u00fcndigung. Im Lebensmittelbedarfsgegenstand selbst ist eine H\u00f6chstmenge von 24 mg\/kg MOSH und 6 mg\/kg MOAH zul\u00e4ssig. Bei \u00dcberschreitung dieses Gehalts darf der Lebensmittelbedarfsgegenstand dennoch in Verkehr gebracht werden, wenn ein h\u00f6chstzul\u00e4ssiger Migrationswert von 2 mg\/kg MOSH und 0,5 mg\/kg MOAH aus dem Lebensmittelbedarfsgegenstand in das Lebensmittel nicht \u00fcberschritten wird. Mittelbare Migration aus der Umverpackung ist in den angef\u00fchrten Grenzwerten beinhaltet. Der Inverkehrbringer muss die Einhaltung dieser spezifischen Migrationsgrenzwerte sicherstellen. Dies hat durch geeignete Nachweise zu geschehen, wie z. B. durch das Vorhandensein einer funktionellen Barriere im Lebensmittelbedarfsgegenstand. Bei Tiefk\u00fchlkost, Speisesalz oder trockenen Lebensmitteln mit Kurzzeitkontakt sieht die Beh\u00f6rde kein Migrationsrisiko aus Recyclingkarton, entsprechende Nachweise sind zu erbringen. Die Beh\u00f6rde strebt insbesondere f\u00fcr MOAH eine weitgehende Vermeidung des \u00dcbergangs auf Lebensmittel an. Die diesbez\u00fcglich festgelegten Grenzwerte der Beh\u00f6rde stehen aktuell noch deutlich \u00fcber dem angestrebten Grenzwert von 0,15 mg\/kg MOAH \u00dcbergang aus Lebensmittelbedarfsgegenst\u00e4nden (Nachweisgrenze).<\/p>\n<p> <strong>Verordnung (EG) Nr. 1935\/2004<\/strong><\/p>\n<p> Hierbei handelt es sich um eine Verordnung des Europ\u00e4ischen Parlaments und des Rates vom 27. Oktober 2004 \u00fcber Materialien und Gegenst\u00e4nde, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Ber\u00fchrung zu kommen.&nbsp;<\/p>\n<p>\u2014 Die Verordnung bestimmt die Bedingungen, wann Materialien und Gegenst\u00e4nde als Fertigerzeugnisse mit Lebensmitteln in Ber\u00fchrung kommen d\u00fcrfen.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div class=\"flux-simple-grid-col\">\n<p>\u2014 Die Verordnung legt fest, dass Materialien und Gegenst\u00e4nde \u201e[\u2026] nach guter Herstellungspraxis so herzustellen sind, dass sie unter den normalen oder vorhersehbaren Verwendungsbedingungen keine Bestandteile auf Lebensmittel in Mengen abgeben, die geeignet sind, die menschliche Gesundheit zu gef\u00e4hrden\u201c. (Art. 3 Abs. 1a)<br \/> \u2014\u201eDie Verordnung beruht auf dem Grundsatz, dass Materialien oder Gegenst\u00e4nde, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln unmittelbar oder mittelbar in Ber\u00fchrung zu kommen, ausreichend inert sein m\u00fcssen, damit ausgeschlossen wird, dass Stoffe in Mengen, die die menschliche Gesundheit gef\u00e4hrden oder eine unvertretbare Ver\u00e4nderung der Zusammensetzung von Lebensmitteln oder eine Beeintr\u00e4chtigung ihrer organoleptischen Eigenschaften herbeif\u00fchren, in Lebensmittel \u00fcbergehen.\u201c<br \/> \u2014 Die R\u00fcckverfolgbarkeit von Materialien und Gegenst\u00e4nden, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Ber\u00fchrung zu kommen, \u201emuss auf s\u00e4mtlichen Stufen gew\u00e4hrleistet sein, um Kontrollen, den R\u00fcckruf fehlerhafter Produkte, die Unterrichtung der Verbraucher und die Feststellung der Haftung zu erleichtern.\u201c (Art. 17 Abs. 1)<\/p>\n<p> <strong>Verordnung (EG)<br \/> Nr. 2023\/2006<\/strong><\/p>\n<p> Die Verordnung legt fest, dass zur Produktion von Lebens-<br \/> mittelbedarfsgegenst\u00e4nden ein angemessenes Qualit\u00e4tssicherungs- und Kontrollsystem zu implementieren und zu dokumentieren ist.<\/p>\n<p> <strong>Empfehlung XXXVI<\/strong>&nbsp;<\/p>\n<p> In Empfehlung XXXVI sind Rohstoffe aufgelistet, die f\u00fcr die Produktion von Papier und Karton im Lebensmittelkontakt verwendet werden d\u00fcrfen. Es gibt Einsatzbeschr\u00e4nkungen (H\u00f6chstmengen), Reinheitskriterien f\u00fcr die Rohstoffe, Grenzwerte f\u00fcr das Endprodukt und einige wenige Migrationsgrenzwerte.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<p><strong>Konformit\u00e4tserkl\u00e4rung&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p> Die Konformit\u00e4tserkl\u00e4rung (Declaration of Compliance) ist eine schriftliche Best\u00e4tigung, dass Materialien und Gegenst\u00e4nde, f\u00fcr die in Art. 5 von 1935\/2004\/EG Einzelma\u00dfnahmen vorgeschrieben sind, den geltenden Vorschriften entsprechen. Geeignete Unterlagen, mit denen die Einhaltung der Vorschriften nachgewiesen wird, sind den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden auf Verlangen zur Verf\u00fcgung zu stellen (SD, Supporting Documents, dt.: vertrauliche hausinterne Dokumente). Die Konformit\u00e4tserkl\u00e4rung ist vom jeweiligen Unternehmer f\u00fcr seine Vermarktungsstufe zu verfassen.&nbsp;<\/p>\n<p> <strong>Kunststoffverordnung<br \/> (EU) Nr. 10\/2011&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p> Sie legt bei Kunststoffen Pr\u00fcfvorschriften, Pr\u00fcfsimulanzien und Grenzwerte f\u00fcr die Globalmigration (Gesamtmenge der migrierenden Substanzen) fest. Des Weiteren umfasst sie eine Liste von \u00fcber 300 Monomeren und sonstigen Ausgangsstoffen, die zur Kunststoffherstellung verwendet werden d\u00fcrfen, sowie ein unvollst\u00e4ndiges Verzeichnis mit \u00fcber 500 Substanzen. In diesen Listen finden sich Einsatzbeschr\u00e4nkungen und SML (spezifische Migrationslimits).<\/p>\n<p> <strong>ECMA GMP GUIDE&nbsp;<br \/> (ECMA GOOD MANUFACTURING PRACTICE GUIDE, dt.: ECMA Leitlinie Gute&nbsp;<br \/> Herstellungspraxis), 2011<\/strong><\/p>\n<p> Die ECMA GMP ist ein Informations- und ein ManagementWerkzeug mit Verfahren f\u00fcr Faltschachtelhersteller und beruht zum gro\u00dfen Teil auf den GMPs von BPIF Cartons (British Printing Federation) und FFI (deutscher Fachverband der Faltschachtel-Industrie) und den Ver\u00f6ffentlichungen des franz\u00f6sischen Club MCAS (Mat\u00e9riaux pour contact alimentaire et sant\u00e9) sowie dem Beitrag der Italian Assografici GIFASP im EU CAST-Projekt.<br \/> Der Leitfaden gew\u00e4hrleistet dem Verarbeiter, dass er Verpackungen erzeugt, die unter spezifizierten und kontrollierten Bedingungen keine unerlaubte Migration, organoleptischen Ver\u00e4nderungen oder Kontamination zulassen. Relevante Kontrollpunkte sollen unter anderem die R\u00fcckverfolgbarkeit der eingesetzten Materialien und hergestellten Produkte sicherstellen.<\/p>\n<h3>NGO\u2019s und Verbrauchermagazine<\/h3>\n<p><strong>foodwatch<\/strong><\/p>\n<p> foodwatch ist eine unabh\u00e4ngige Non-Profit-Organisation, die sich mit den Rechten von Verbrauchern und der Qualit\u00e4t von Lebensmitteln auseinandersetzt. Das erkl\u00e4rte Ziel des Vereins ist laut Satzung \u201eBeratung und Information von Verbrauchern auf dem Gebiet der Agrar- und Lebensmittelproduktion, des Handels und des Absatzes von Verbrauchsg\u00fctern sowie der Bereitstellung von Dienstleistungen\u201c. Ende Oktober 2015 publizierte foodwatch einen umfassenden Testbericht zum Thema \u201eMineral\u00f6le in Lebensmitteln\u201c. Deutschland, Frankreich und die Niederlande wurden als Testm\u00e4rkte ausgew\u00e4hlt, der Fokus lag auf trockenen, lang haltbaren Lebensmitteln wie Reis, Nudeln und Cornflakes. foodwatch fordert sch\u00fctzende funktionelle Barrieren f\u00fcr Lebensmittelverpackungen und ruft die europ\u00e4ischen Beh\u00f6rden zum Handeln auf.<\/p>\n<p> <strong>\u00d6KO-TEST<\/strong><\/p>\n<p> \u00d6KO-TEST ist ein deutschsprachiges Verbraucher-Magazin, das Produkte und Dienstleistungen f\u00fcr Konsumenten, testet. Die Thematik der Mineral\u00f6lmigration wird wiederkehrend von \u00d6KO-TEST aufgegriffen (September 2010 \u201eSchwarz auf Reis\u201c \/&nbsp;<br \/> Februar 2012 \u201eRot f\u00fcr gr\u00fcn\u201c \/ November 2014 \u201eMir kraut vor dir\u201c). Zuletzt wurde im September 2015 Schokom\u00fcsli auf seine Inhaltsstoffe untersucht und unerw\u00fcnschte Substanzen wie Pestizide und Mineral\u00f6le aufgezeigt. Querkontamination wird als Quelle von Mineral\u00f6lmigration im Artikel best\u00e4tigt.<\/p>\n<p> <strong>Stiftung Warentest<\/strong><\/p>\n<p> Die Stiftung Warentest ist eine deutsche Verbraucherorganisation, die 1964 auf Beschluss des Deutschen Bundestages gegr\u00fcndet wurde. Aufgrund ihres staatlichen Auftrags untersucht und vergleicht die Stiftung Warentest Produkte und Dienstleistungen verschiedener Anbieter, um dem Verbraucher eine unabh\u00e4ngige und objektive Unterst\u00fctzung zu bieten. Im November 2012 ver\u00f6ffentlichte Stiftung Warentest Untersuchungsergebnisse von Schokolade in Adventskalendern, in den Mineral\u00f6lspuren und verwandte Substanzen aufgezeigt wurden. Im Oktober 2014 wurden auch in Tee bzw. im Dezember 2014 in Pralinen Mineral\u00f6lspuren festgestellt.<br \/> &nbsp;<\/p>\n<\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fachbegriffe Migration Als Migration wird der \u00dcbergang von Stoffen zwischen der Verpackung und dem F\u00fcllgut (Lebensmittel) bezeichnet. Dabei kann die Einwirkung auf das Lebensmittel \u00fcber den Luftraum (gasf\u00f6rmige Migration) oder \u00fcber Direktkontakt (z. B. Faser-zu-Faser-Migration) erfolgen. Verschiedene Faktoren wie die Lagertemperatur, Lager- bzw. Kontaktzeit, Zusammensetzung des Lebensmittels und Art der Verpackung beeinflussen die Migration. 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