Scope-3-Emissionsberichterstattung: Verbesserung der Datenqualität durch die Einbindung von Lieferanten
Eine präzise Scope-3-Emissionsberichterstattung hängt von der Qualität der Informationen ab, die zur Berechnung der Emissionen entlang der Wertschöpfungskette verwendet werden. Für viele Unternehmen stellen eingekaufte Güter und Dienstleistungen eine wesentliche Quelle von Scope-3-Emissionen dar, wodurch Lieferantendaten besonders relevant sind. Der Übergang von Schätzungen zu spezifischeren Informationen kann Unternehmen ein detaillierteres Verständnis darüber vermitteln, wo Emissionen innerhalb der Wertschöpfungskette entstehen.
Warum Primärdaten für die Scope-3-Emissionsberichterstattung wichtig sind
Im Rahmen des GHG Protocol Scope 3 können Unternehmen sowohl Primär- als auch Sekundärdaten zur Berechnung von Emissionen entlang der Wertschöpfungskette verwenden. Primärdaten beziehen sich auf konkrete Aktivitäten innerhalb der Wertschöpfungskette eines Unternehmens, beispielsweise Informationen von Lieferanten zu Materialien, Energieverbrauch oder Emissionen. Sekundärdaten stammen hingegen in der Regel aus Branchendurchschnitten, Datenbanken oder anderen allgemeinen Quellen.

Für Unternehmen, die ihre Scope-3-Emissionsberichterstattung weiterentwickeln möchten, können Primärdaten ein spezifischeres Bild einzelner Lieferanten und Aktivitäten liefern. Sie können zudem die Nachverfolgung von Veränderungen im Zeitverlauf unterstützen und zusätzliche Transparenz über relevante Emissionsquellen schaffen.
Datenerhebung dort fokussieren, wo sie am wichtigsten ist
Die Erhebung lieferantenspezifischer Informationen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg ist nicht immer praktikabel. Ein gezielter Ansatz kann sich daher auf Lieferanten oder Aktivitäten konzentrieren, die den größten Beitrag zum Scope-3-Fußabdruck leisten.
Für MM Group sind eingekaufte Güter und Dienstleistungen die größte Scope-3-Kategorie. Laut Sustainability Statement 2025 basieren die Scope-3-Berechnungen überwiegend auf sekundären Emissionsfaktoren, während rund 4,26 % der Scope-3-Emissionen auf primären Emissionsfaktoren beruhen.
Scope-3-Emissionsberichterstattung und Lieferantendaten
Lieferantendaten können eine detailliertere Grundlage für die Emissionsberichterstattung schaffen und fundierte beschaffungsbezogene Bewertungen unterstützen. Informationen, die sich auf konkrete Materialien, Prozesse oder Produktionsstandorte beziehen, können eine höhere Transparenz ermöglichen als allgemeine Branchendurchschnitte.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass Sekundärdaten überflüssig werden. Wenn lieferantenspezifische Informationen nicht verfügbar oder nicht ausreichend belastbar sind, können anerkannte Sekundärquellen weiterhin als Grundlage für Berechnungen dienen. Das GHG Protocol empfiehlt, bei der Auswahl zwischen Primär- und Sekundärdaten Faktoren wie Datenqualität, Verfügbarkeit und die Relevanz der jeweiligen Aktivität zu berücksichtigen.
Nutzung von Lieferantendaten in Scope-3-Bewertungen
Der Nutzen von Primärdaten geht über die reine Berechnung eines Emissionsfußabdrucks hinaus. Spezifischere Informationen können zusätzliche Einblicke in lieferantenspezifische Aktivitäten, Emissionsquellen und Bereiche liefern, die einer weitergehenden Analyse bedürfen. Dadurch können sie eine detailliertere Grundlage für Diskussionen zu Materialien, Prozessen und Emissionsdaten bieten.
Für MM Group sind die Einbindung von Lieferanten und die Erhebung entsprechender Daten Teil eines umfassenderen Ansatzes, um Emissionen entlang der Wertschöpfungskette besser zu verstehen und Aktivitäten im Bereich Responsible Sourcing zu unterstützen. MM hat sich das Ziel gesetzt, bis 2026 80 % ihrer Schlüssellieferanten einzubinden – als Teil ihrer lieferantenbezogenen Aktivitäten im Zusammenhang mit Scope-3-Emissionen.
Häufig gestellte Fragen zur Scope-3-Emissionsberichterstattung
Primärdaten sind Informationen zu konkreten Aktivitäten innerhalb der Wertschöpfungskette eines Unternehmens. Dazu können Aktivitätsdaten eines Lieferanten oder speziell für dessen Betriebsabläufe berechnete Emissionsdaten gehören. Im Vergleich zu Branchendurchschnitten oder anderen Sekundärdaten können sie die Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette spezifischer abbilden.
Lieferanten können Informationen zu den Materialien, dem Energieeinsatz und den Prozessen bereitstellen, die mit eingekauften Gütern und Dienstleistungen verbunden sind. Diese Informationen können Unternehmen eine detailliertere Grundlage für Emissionsberechnungen bieten und die Beobachtung lieferantenspezifischer Daten über einen längeren Zeitraum unterstützen.
Nein. Primärdaten sind nicht immer verfügbar oder ausreichend belastbar. Sekundärdaten können weiterhin sinnvoll sein, insbesondere wenn lieferantenspezifische Informationen fehlen oder es sich um weniger wesentliche Aktivitäten handelt. Das GHG Protocol empfiehlt, Daten unter Berücksichtigung der Relevanz der Aktivität, der Verfügbarkeit und der Qualität der Daten auszuwählen.
Unternehmen können zunächst die wichtigsten Scope-3-Aktivitäten und die damit verbundenen Lieferanten identifizieren. Klare Datenanforderungen, Leitlinien und eine regelmäßige Kommunikation können die Erfassung lieferantenspezifischer Informationen unterstützen. Ein gezielter Ansatz kann dazu beitragen, die Datenerhebung besser handhabbar zu machen und gleichzeitig die Abdeckung sowie die Datenqualität schrittweise zu erhöhen.