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Board & Paper

Fasern sind zu wertvoll, um sie nur einmal zu nutzen

Warum Recyclingfasern eine stärkere Rolle in nachhaltigen Verpackungsstrategien verdienen

Der Druck auf natürliche Ressourcen verändert, wie Verpackungen bewertet werden. Denn die Nachfrage nach erneuerbaren Rohstoffen steigt – nicht nur in der Verpackungsindustrie, sondern auch in Bereichen wie Energie und Bauwesen. Damit gewinnen zurückgewonnene Fasern an Bedeutung: Sie sind weit mehr als ein Nebenprodukt des Recyclings. Sie sind ein wertvoller Rohstoff, der möglichst lange im Kreislauf bleiben sollte.

Recyclingfähigkeit ist nur der Ausgangspunkt

Faserbasierte Verpackungen verfügen in Europa bereits über eine besonders leistungsfähige Recyclinginfrastruktur. Doch Recyclingfähigkeit allein reicht nicht aus. Wirkliche Kreislaufwirtschaft entsteht erst dann, wenn zurückgewonnene Fasern gesammelt, aufbereitet und in großem Maßstab wieder für neue Produkte genutzt werden. Genau deshalb rückt das Thema stärker in den Fokus – auch durch die Packaging and Packaging Waste Regulation, neue Extended Producer Responsibility-Gebührenstrukturen und den zunehmenden Wettbewerb um Waldressourcen.

„Recyclingfähigkeit ist nur der Ausgangspunkt. Verpackungen werden erst dann wirklich zirkulär, wenn zurückgewonnene Fasern gesammelt, aufbereitet und erneut in neuen Produkten eingesetzt werden. Wenn die Nachfrage nach Recyclinganteilen sinkt, verliert das gesamte Rücknahmesystem an Wert“, sagt Katja Tuomola, Head of Group Sustainability & Marketing Communications bei MM Group.

 

Jedes Jahr schenken vier europäische Standorte von MM Board & Paper 1,1 Millionen Tonnen Papier ein neues Leben.

 

Warum zurückgewonnene Fasern im Kreislauf bleiben sollten

Forschungsergebnisse der Technischen Universität Graz zeigen, dass Papierfasern über 25-mal recycelt werden können, ohne dass ihre Qualität wesentlich beeinträchtigt wird. Je länger Fasern im Kreislauf bleiben, desto stärker wird der Druck auf Primärressourcen reduziert. Gleichzeitig werden Sammel- und Recyclingsysteme gestärkt, die auf eine stabile Nachfrage nach Recyclinganteilen angewiesen sind.

Dabei geht es nicht um ein Entweder-oder zwischen Frisch- und Recyclingfaser. Beide haben ihre Berechtigung. Frischfaser bleibt dort wichtig, wo bestimmte technische Anforderungen erfüllt werden müssen. Moderner Recyclingkarton wiederum kann hohe Performance, zuverlässige Verarbeitbarkeit und klare Vorteile in Bezug auf Ressourceneffizienz bieten.

Eine vom Umweltbundesamt Deutschland beauftragte Studie zeigt: Die Herstellung von Recyclingpapier kann im Vergleich zum marktüblichen Mix aus Frischfaserpapieren 78 % Wasser, 68 % Energie und 15 % CO-Emissionen einsparen. Auch Konsumentinnen und Konsumenten nehmen Recyclingkarton positiv wahr. Laut der Perspectus-Global-Studie Recycled Cartonboard in European Markets, 2025 wirken Marken, die Recyclingkarton einsetzen, auf 80 % der Verbraucherinnen und Verbraucher verantwortungsbewusster. 69 % geben außerdem an, Recyclingkarton bei identischer Verpackung aktiv zu bevorzugen.

Recyclingfasern sollten nicht als Abfall betrachtet werden, sondern als wertvoller Rohstoff, der über mehrere Lebenszyklen hinweg wiederholt Nutzen schafft.
Die Annahme, Frischfaser sei automatisch die Premiumlösung und Recyclingfaser nur ein Kompromiss, ist überholt.
Jürgen Kleinrath · CSO Board & Paper

Die richtige Faser für die richtige Anwendung

Überzeugende Verpackungsstrategien betrachten mehrere Faktoren gemeinsam: Produktschutz, Performance, regulatorische Anforderungen, Materialkosten, Konsumentenerwartungen und Umweltwirkung. MM Board & Paper unterstützt Kunden dabei, für jede Anwendung die passende Faser zu wählen. Dabei verbindet das Unternehmen Expertise in Recycling- und Frischfaserqualitäten – mit dem Ziel, Performance und Kreislauffähigkeit im industriellen Maßstab zu ermöglichen.