Wertvolle Nährstoffe im Kreislauf: Wie MM Kotkamills Nebenströme für die Landwirtschaft nutzbar macht
Aus einem Nebenstrom der Produktion entsteht eine wertvolle Ressource für die finnische Landwirtschaft: Gemeinsam mit Soilfood bereitet MM Kotkamills Faserschlamm zu Düngemitteln und Bodenverbesserungsfasern auf. Die seit elf Jahren bestehende Partnerschaft führt wertvolle Nährstoffe zurück und zeigt, wie Kreislaufwirtschaft durch Zusammenarbeit konkret gelingt.
Rund zehn Lkw-Ladungen Faserschlamm verlassen jede Woche das Werk von MM Kotkamills in Richtung finnischer Felder. Das Werk produziert Frischfaserkarton für Lebensmittelverpackungen sowie Saturating Kraftpapier für die Bauindustrie und nutzt dafür Hackschnitzel und Sägemehl. Der im Produktionsprozess anfallende Nebenstrom enthält Stickstoff, Phosphor und Kalium – zentrale Nährstoffe für gesunde und ertragreiche Böden.
Die langjährige Partnerschaft von MM Kotkamills und Soilfood macht Kreislaufwirtschaft direkt am Standort erlebbar – mit einem Nutzen, der weit über das Werk hinausreicht.
„Die Zusammenarbeit mit Soilfood war für mich immer ein Musterbeispiel für Kreislaufwirtschaft. Was für ein Unternehmen Abfall ist, kann für ein anderes zum Rohstoff und zur Geschäftschance werden. Dieses Projekt zeigt hervorragend, wie Kreislaufwirtschaft im besten Fall funktionieren kann“, sagt Erkko Saarinen, Sustainability Manager bei MM Kotkamills.
„Eine langfristige Partnerschaft schafft Planbarkeit und Kontinuität. Sie ermöglicht es, Prozesse weiterzuentwickeln, die Qualität zu verbessern und die Wertschöpfung aus Nebenströmen zu erhöhen. Davon profitieren alle entlang der Wertschöpfungskette – von der Industrie über die Landwirtschaft bis hin zur Umwelt“, sagt Eljas Jokinen, CEO der Soilfood Group.
Vom Produktionsnebenstrom zur wertvollen Ressource
Der Faserschlamm entsteht bei der Reinigung des Wassers aus der Karton- und Papierproduktion. Dabei werden Feststoffe sorgfältig abgetrennt und für die weitere Nutzung zurückgewonnen.
„Konkret handelt es sich um Fasern aus unseren Produktionsprozessen, die in der werkseigenen Abwasserreinigungsanlage zurückgewonnen werden. Der Schlamm wird entwässert und bis zur weiteren Verarbeitung auf dem Werksgelände gelagert“, erläutert Saarinen.
Bei MM Kotkamills wird der Faserschlamm entwässert, hygienisiert und auf dafür vorgesehenen Flächen zwischengelagert, bevor er für den Einsatz in der Landwirtschaft abtransportiert wird. Allein 2025 wurden Bodenverbesserungsfasern aus den Nebenströmen des Werks auf 1.357 Hektar landwirtschaftlicher Fläche eingesetzt.

“Einer der wichtigsten Umweltvorteile betrifft die Bodengesundheit. Gesunde Böden speichern Wasser und Nährstoffe besser und verringern dadurch Nährstoffeinträge in Gewässer. Das ist auch für die Ostsee von großer Bedeutung” sagt Saarinen.
Studien zeigen: Bodenverbesserungsfasern und Strukturkalkprodukte können den Nährstoffabfluss von Feldern um bis zu 50 % reduzieren – ein wichtiger Beitrag zum Schutz von Böden und Gewässern.
Wert erhalten statt Ressourcen verlieren
Ohne diesen Verwertungsweg würde Faserschlamm üblicherweise verbrannt und energetisch genutzt. Durch die landwirtschaftliche Nutzung bleibt sein Wert hingegen erhalten: Nährstoffe und Fasern gelangen zurück in einen produktiven Kreislauf.
„Auch die Verbrennung ist eine Form der Verwertung, steht in der Abfallhierarchie jedoch deutlich weiter unten. Werden Nährstoffe wieder produktiv genutzt, bleibt der Wert des Materials wesentlich besser erhalten“, erklärt Saarinen.

Gemeinsam mehr aus Nebenströmen machen
MM Kotkamills und Soilfood entwickeln die Nutzung der Nebenströme kontinuierlich weiter. Aktuell steht ein höherer Trockenstoffgehalt des Schlamms im Fokus, um Transport und Verarbeitung noch effizienter zu gestalten. Gleichzeitig prüfen die Partner weitere landwirtschaftliche Einsatzmöglichkeiten für kalkhaltige Nebenströme.
„Für Soilfood ist ein möglichst trockener Schlamm ideal. Deshalb suchen wir kontinuierlich nach Möglichkeiten, den Entwässerungsprozess zu optimieren. Dieses Thema wurde bereits in verschiedenen Forschungsprojekten und Masterarbeiten untersucht“, sagt Saarinen.
Starke Zusammenarbeit entlang des Prozesses
Von der Zellstoff- und CTMP-Produktion über die Abwasserreinigungsanlage bis zum beauftragten Verarbeitungsbetrieb arbeiten alle Beteiligten eng zusammen. So entstehen effiziente Abläufe und verlässliche Materialströme.
„Die langjährige Zusammenarbeit und das gute Zusammenspiel aller Beteiligten stellen sicher, dass die Materialien ohne größere Verzögerungen oder Unterbrechungen transportiert werden können.“
Bei der Handhabung und beim Transport kann es in der Umgebung gelegentlich zu Geruchsentwicklung kommen. Saarinen betont, dass diese für Menschen nicht gesundheitsschädlich ist und mit einem Prozess verbunden ist, der wertvolle Nährstoffe im Kreislauf hält.
„Die Lkw, die manche Menschen in der Stadt wahrnehmen, sind Teil einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Auch wenn der Geruch nicht angenehm sein mag, zeigt er, dass wertvolle Nährstoffe in die Lebensmittelproduktion zurückgeführt werden, anstatt als Abfall verloren zu gehen. Der vom Schlamm verursachte Geruch ist für Menschen nicht gesundheitsschädlich“, sagt Saarinen.
Messbare Wirkung für Landwirtschaft und Umwelt
2025 führte MM Kotkamills über seine Nebenströme mehr als 144.000 Kilogramm Stickstoff und über 24.000 Kilogramm Phosphor in die Lebensmittelproduktion zurück. Hinzu kamen bedeutende Mengen an Kalium, Schwefel, Kalzium und Kohlenstoff – Ressourcen, die im Kreislauf bleiben und erneut Wert schaffen.

“Am meisten beeindruckt mich, unmittelbar zu sehen, wie aus einem Nebenstrom der Produktion eine wertvolle Ressource entsteht. Dadurch werden natürliche Ressourcen geschont, die heimische Lebensmittelproduktion unterstützt und Umweltbelastungen reduziert”fasst Saarinen zusammen.
FAQs
Der Faserschlamm wird zu Düngemitteln und Bodenverbesserungsfasern aufbereitet und auf finnischen Feldern eingesetzt.
Sie fördern die Bodengesundheit, unterstützen die Speicherung von Wasser und Nährstoffen und können den Nährstoffabfluss in Gewässer verringern.
Die seit elf Jahren bestehende Zusammenarbeit schafft verlässliche Materialströme und ermöglicht es, Prozesse und Nutzungsmöglichkeiten kontinuierlich weiterzuentwickeln.