Lieferkette: Wertschöpfungsketten-Emissionen durch Lieferantendaten besser verstehen
Um Emissionen entlang der Wertschöpfungskette besser zu verstehen, müssen Unternehmen nachvollziehen, wo Emissionen innerhalb ihrer eigenen Geschäftstätigkeiten und Lieferketten entstehen. Für viele Unternehmen bedeutet dies, über die eigenen Aktivitäten hinauszublicken und den Austausch mit Lieferanten zu intensivieren.
Wie wir bereits in unserem Artikel zur Verbesserung der Scope-3-Emissionsberichterstattung durch die Einbindung von Lieferanten erläutert haben, können lieferantenspezifische Informationen ein detaillierteres Bild der Emissionen liefern, die mit eingekauften Produkten und Dienstleistungen verbunden sein können. Der nächste Schritt besteht darin, diese Informationen zu nutzen, um die Transparenz zu erhöhen und fundiertere Entscheidungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu unterstützen.
Wie Lieferantendaten zu einem besseren Verständnis von Emissionen beitragen
Lieferantendaten können einen tieferen Einblick in die Materialien, Prozesse und Aktivitäten ermöglichen, die hinter eingekauften Produkten und Dienstleistungen stehen. Im Vergleich zu allgemeinen Durchschnittswerten können spezifischere Informationen Unternehmen dabei helfen zu verstehen, wo CO₂-Emissionen entstehen und wie sich Emissionsprofile zwischen Lieferanten, Produkten und Aktivitäten unterscheiden.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass Sekundärdaten vollständig ersetzt werden müssen. Wenn lieferantenspezifische Informationen nicht verfügbar oder nicht ausreichend verlässlich sind, können anerkannte Sekundärdatenquellen weiterhin eine geeignete Grundlage darstellen. Entscheidend ist, die jeweils relevantesten verfügbaren Informationen zu nutzen und die Datenqualität kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Für Unternehmen mit Net-Zero-Zielen können Lieferantendaten eine fundiertere Grundlage bieten, um Emissionen entlang der Wertschöpfungskette besser zu verstehen und Bereiche zu identifizieren, die eine weitergehende Analyse erfordern könnten.

Lieferantendaten für fundierte Entscheidungen nutzen
Daten schaffen den größten Mehrwert, wenn sie fundierte Entscheidungen unterstützen. Informationen von Lieferanten können Unternehmen dabei helfen, Aktivitäten, Materialien oder Prozesse zu identifizieren, die einer näheren Betrachtung bedürfen, und zusätzliche Kontextinformationen für die Bewertung von Emissionen liefern.
So können beispielsweise Informationen zu Materialien, Energieeinsatz oder Produktionsprozessen mehr Transparenz hinsichtlich der Treibhausgasemissionen schaffen, die mit eingekauften Produkten und Dienstleistungen verbunden sind. Dies unterstützt Einkaufs- und Nachhaltigkeitsteams dabei, besser zu verstehen, wie unterschiedliche Faktoren die Emissionen entlang der Wertschöpfungskette beeinflussen, und datenbasierte Entscheidungen zu treffen.
Ziel ist es dabei nicht, davon auszugehen, dass ein bestimmter Ansatz für alle Lieferanten gleichermaßen geeignet ist. Vielmehr können lieferantenspezifische Informationen Unternehmen dabei unterstützen, individuelle Rahmenbedingungen zu bewerten und zu bestimmen, wo weitere Analysen oder ein intensiverer Austausch sinnvoll sein können.
Die Zusammenarbeit mit Lieferanten stärken
Die Erhebung von Primärdaten bietet zugleich die Möglichkeit, den Dialog mit Lieferanten zu stärken. Klare Erwartungen, regelmäßige Kommunikation und ein strukturierter Ansatz können dazu beitragen, ein gemeinsames Verständnis von Datenanforderungen und Berichterstattungsprozessen zu entwickeln.
Wie im Supplier Code of Conduct der MM Group beschrieben, ist die Einbindung von Lieferanten Teil eines umfassenderen Ansatzes für verantwortungsvolle Beschaffung. Ein kontinuierlicher Dialog schafft die Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit und fördert eine höhere Transparenz entlang der gesamten Lieferkette.
Die Kombination von lieferantenspezifischen Informationen und einem regelmäßigen Austausch kann eine fundiertere Grundlage für Gespräche über emissionsbezogene Daten schaffen, die Qualität der Berichterstattung weiterentwickeln und die langfristige Planung unterstützen.

Emissionen entlang der Wertschöpfungskette besser verstehen
Es gibt keine einzelne Maßnahme, die eine Lieferkette grundlegend verändern kann. Die Verbesserung der Qualität von Lieferantendaten, die Priorisierung der relevantesten Aktivitäten und die Pflege konstruktiver Lieferantenbeziehungen können jedoch dazu beitragen, ein fundierteres Verständnis der Emissionen entlang der Wertschöpfungskette zu entwickeln.
Für Unternehmen kann die Einbindung von Lieferanten daher über die reine Datenerhebung hinausgehen. Sie kann Teil eines fortlaufenden Prozesses werden, der darauf abzielt, die Transparenz zu erhöhen, verfügbare Informationen zu bewerten und gemeinsam mit Geschäftspartnern fundierte Entscheidungen zu unterstützen.
Häufig gestellte Fragen zu Lieferantendaten und Emissionen entlang der Wertschöpfungskette
Im Kontext von Lieferketten erfordern Net-Zero-Strategien, dass Unternehmen die Treibhausgasemissionen entlang relevanter Aktivitäten der Wertschöpfungskette verstehen. Lieferantenspezifische Informationen können Unternehmen dabei unterstützen, Emissionen entlang der Wertschöpfungskette zu bewerten, die Transparenz zu erhöhen und Bereiche zu identifizieren, die eine weitergehende Analyse erfordern könnten.
Lieferanten können Informationen zu Materialien, Energieeinsatz und Prozessen bereitstellen, die mit eingekauften Produkten und Dienstleistungen verbunden sind. Dadurch erhalten Unternehmen eine detailliertere Grundlage für die Berechnung von Scope-3-Emissionen und können besser nachvollziehen, wie sich Emissionen zwischen verschiedenen Aktivitäten, Produkten oder Lieferanten unterscheiden.
Wenn Primärdaten verfügbar und ausreichend verlässlich sind, können sie eine spezifischere Abbildung von Aktivitäten innerhalb der Wertschöpfungskette ermöglichen. Dies kann die Grundlage für die Berechnung von CO₂-Emissionen verbessern und eine höhere Transparenz hinsichtlich relevanter Emissionsquellen schaffen. Sind lieferantenspezifische Informationen nicht verfügbar, können Sekundärdaten weiterhin eine geeignete Alternative sein.
Lieferantendaten können Unternehmen dabei helfen, Aktivitäten, Materialien oder Prozesse zu identifizieren, die einer weitergehenden Analyse bedürfen. Darüber hinaus liefern sie zusätzliche Kontextinformationen für Gespräche mit Lieferanten über Faktoren, die Emissionen entlang der Wertschöpfungskette beeinflussen, darunter Beschaffungsentscheidungen, Produktionsprozesse und Materialauswahl.
Die Einbindung von Lieferanten kann dazu beitragen, die Datenqualität zu verbessern, die Transparenz zu erhöhen und ein besseres Verständnis von Emissionen entlang der Wertschöpfungskette zu fördern. In Kombination mit kontinuierlicher Zusammenarbeit und Monitoring kann dies Unternehmen eine fundiertere Informationsgrundlage für die Emissionsberichterstattung und weitergehende klimabezogene Entscheidungsprozesse bieten.