Ressourceneffizienz in der Zellstoff- und Papierproduktion
Die Herstellung von Papier und Karton erfordert einen sorgfältigen Umgang mit Rohstoffen, Wasser und Energie. Da es immer wichtiger wird, Ressourcen effizient einzusetzen, benötigen Hersteller verlässliche Informationen, um den Verbrauch zu verstehen, Abweichungen zu erkennen und Produktionsprozesse zu verbessern.
Datenanalysen und Sensoren machen den Ressourceneinsatz transparenter. So können Produktionsteams fundierte Entscheidungen treffen, gezielte Anpassungen testen und die Ergebnisse bewerten.
Zellstoff als Grundlage der Papierproduktion
Zellstoff ist ein Fasermaterial, das zur Herstellung von Papier und Karton verwendet wird. Er wird in der Regel aus Holz hergestellt, wobei auch andere Faserquellen zum Einsatz kommen können. Während der Produktion werden die Fasern voneinander getrennt und für die Papierherstellung aufbereitet.
Durch die Überwachung des Materialeinsatzes lassen sich Verluste und Abweichungen erkennen, die die Produktionseffizienz beeinflussen können.

Produktionsdaten zeigen Verbesserungspotenziale auf
Produktionsdaten zu erfassen und zu analysieren hilft Herstellern zu verstehen, wie Ressourcen eingesetzt werden und welche Prozesse genauer betrachtet werden sollten. Drei Bereiche sind dabei besonders relevant:
- Verbrauch überwachen. Werden Rohstoff-, Wasser- und Energieverbrauch kontinuierlich erfasst, lassen sich Abweichungen im Verbrauch erkennen.
- Abweichungen erkennen. Der Vergleich von Daten aus verschiedenen Schichten, Maschinen oder Betriebsbedingungen kann Unterschiede aufzeigen, die genauer untersucht werden sollten.
- Ergebnisse bewerten. Wenn Teams Verbrauchs- und Produktionsdaten gemeinsam betrachten, können sie beurteilen, ob Prozessanpassungen die beabsichtigte Wirkung erzielen.
Verlässliche Daten schaffen eine solide Grundlage für gezielte Verbesserungen und helfen dabei, Erkenntnisse in konkrete betriebliche Maßnahmen zu überführen.
Sensoren für eine präzisere Produktionsüberwachung
Sensoren können Bedingungen an verschiedenen Stellen eines Produktionsprozesses kontinuierlich überwachen. Je nach Anwendung messen sie beispielsweise Durchfluss, Temperatur, Druck oder Wasserqualität.
In Verbindung mit geeigneten Überwachungssystemen können diese Messungen Betreibern helfen, Abweichungen von den erwarteten Bedingungen zu erkennen und deren Ursachen zu untersuchen. So lassen sich mögliche Probleme früher erkennen als bei regelmäßigen manuellen Kontrollen.
Die gewonnenen Daten helfen Teams, Produktionsbedingungen zu bewerten, Anpassungen zu testen und deren Auswirkungen im Zeitverlauf zu beobachten.
Von Daten zu konkreten Verbesserungen
Ein datenbasierter Ansatz beginnt mit einem klaren Ziel:
- Ausgangsbasis festlegen. Den Ressourcenverbrauch unter definierten Produktionsbedingungen messen.
- Verbesserungspotenziale erkennen. Die Daten auf wiederkehrende Muster, Verluste oder unerwartete Abweichungen prüfen.
- Anpassungen testen. Gezielte Änderungen vornehmen, die auf einer klaren betrieblichen Grundlage beruhen.
- Ergebnisse überprüfen.Die Leistung mit der Ausgangsbasis vergleichen und prüfen, ob Verbesserungen dauerhaft bestehen, ohne die Produktqualität zu beeinträchtigen.
Dieser Ansatz ergänzt die Prinzipien des Lean Manufacturing, bei denen Arbeitsabläufe überprüft und Materialflüsse verbessert werden. Der Ansatz kann auch dabei unterstützen, die Prinzipien der Abfallhierarchie in der Produktion faserbasierter Verpackungen anzuwenden.
Wie MM datenbasierte Überwachung einsetzt
MM Group arbeitet daran, die Wassereffizienz in seinen MM Board & Paper Werken zu verbessern. Im Jahr 2025 lag die Wassereffizienz 27 % über dem Basisjahr 2019. Damit trägt diese Entwicklung zum Ziel der MM Group bei, die Wassereffizienz bis 2030 um 35 % zu verbessern.
Bei MM Kwidzyn kommen Online-Messgeräte zum Einsatz, die Wassermenge und -qualität erfassen. Die zusätzlichen Daten ermöglichen eine detailliertere Überwachung und helfen dem Werk, Potenziale für einen effizienteren Wassereinsatz zu erkennen.

Auch Entscheidungen außerhalb des Werksbetriebs beeinflussen den Ressourceneinsatz. Produktdesign und Materialauswahl können sich darauf auswirken, wie Ressourcen entlang der Wertschöpfungskette eingesetzt werden. MM Group beleuchtet diesen Zusammenhang im Artikel über Abfallvermeidung durch das Design von Lebensmittelschalen.
Häufig gestellte Fragen zur Ressourceneffizienz in der Zellstoff- und Papierproduktion
Die Ressourceneffizienz hängt von Faktoren wie der Qualität der Rohstoffe, den Produktionsmethoden, der Leistung der Anlagen und der Prozesssteuerung ab. Unterschiede in diesen Bereichen können den Fasereinsatz, Materialverluste, den Wasser- und Energieverbrauch, die Produktionsausbeute und die Produktqualität beeinflussen.
Hersteller können erfassen, wie viele Rohstoffe sowie wie viel Wasser und Energie sie unter definierten Produktionsbedingungen einsetzen. Wenn sie diese Informationen über einen längeren Zeitraum mit dem Produktionsvolumen, Materialverlusten und Abfällen vergleichen, können sie Abweichungen erkennen und die Auswirkungen von Prozessänderungen bewerten.
Materialeffizienz beschreibt, wie effizient Rohstoffe während der Produktion eingesetzt werden. Dazu gehört auch, Materialverluste und Abfälle zu reduzieren. Ressourceneffizienz ist weiter gefasst und berücksichtigt zusätzlich Ressourcen wie Wasser und Energie.
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